Wiederkehr nach Neve Hanna

Während für viele am Donnerstag die Osterfeierlichkeiten begannen, haben Linus und Jona ihre Koffer gepackt. Anfang August 2023 waren sie mit ihren vier Mitvolontär*innen als Jahrgang 2023/24 nach Israel gereist, mussten jedoch nach dem 07. Oktober 2023 vorzeitig nach Deutschland zurückkehren. Bis Anfang Februar 2024 konnten sie ihren IJFD (Internationaler Jugendfreiwilligendienst) dankenswerterweise in Form eines FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) in Esslingen bei Stiftung Jugendhilfe aktiv fortsetzen. Beide waren sich jedoch sicher, dass sie, sobald es irgenwie möglich wäre, nach Neve Hanna zurückkehren wollten. Nun sind sie auf eigene Faust nach Israel gereist und werden im Streichelzoo, in der Küche, der Bäckerei, dem Garten und natürlich insbesondere in den Kindergruppen unterstützen. Bis voraussichtlich Juni können sie auf ihrem Touristenvisum dort bleiben. Jona und Linus führen ihr Volontariat ausdrücklich nicht offiziell fort, da dies derzeit auch nicht möglich ist. Trotzdem finden Sie regelmäßige Berichte und Eindrücke der beiden auf unserer instagram-Seite @nevehanna_freiwilligendienst.

Update aus Neve Hanna

21.01.2024

Liebe Neve-Hanna-Freundinnen und Freunde,

In Neve Hanna ist soweit alles okay. Wir expandieren unseren Aktionsradius und haben endlich wieder unsere Reittherapie in dem nahegelegenen Moshaw Sde Moshe aufgenommen. Die Kinder freuen sich sehr darüber. Da Nachholbedarf besteht und Abwechselung gefragt ist, haben wir dieses Therapieprogramm gegenwärtig aufgestockt.

Darüber hinaus ist ein neues Projekt angelaufen, das wir bereits seit 2022 planen. Im letzten Frühjahr ist die große Auswahlrunde gelaufen, nur beginnen konnten wir wegen der Ereignisse ab Oktober nicht wie geplant – es geht um das Projekt „Yeladudes-Neve-Hanna-Backschule“.

Ziel der Backschule ist es, die Jugendlichen sowohl auf theoretischer als auch praktischer Ebene in den Beruf des Backhandwerks, einzuführen und eine erste Grundlage für eine mögliche zukünftige Berufsausbildung zu legen. Darüber hinaus sollen die Jugendlichen die Möglichkeit erhalten, sich Fähigkeiten anzueignen, die in jedem Berufsleben wichtig sind: Pünktlichkeit, Ausdauer, zielgerichtete Ausführung von Aufgaben, genaues Repetieren von Arbeitsvorgängen, Teamgeist, Eigenverantwortung, Verinnerlichen und eigenständiges Wiederholen der erlernten Inhalte u.v.m.

Für heute herzlichst Eure Antje

Neues aus Neve Hanna

11.01.2024

Liebe Neve-Hanna-Freundinnen und -Freunde,

Unseren Kinder und Jugendlichen geht es in Ordnung, inzwischen sind die Kriegsgeschehen in der Region von Kiryat Gat nicht mehr direkt zu spüren – keine Raketenalarme und kaum mehr Geräuschkulisse. Dennoch merkt man, dass zum einen weiterhin Anspannung herrscht und zum anderen viele Bürger*innen mobilisiert sind; auch ehemalige Kinder von Neve Hanna und Angehörige von Mitarbeiter*innen. Damit sind beständige Sorgen verbunden.

In Neve Hanna setzten wir auf Alltag, Routine und viele Aktivitäten, allerdings niemals ohne zu vergessen, zu umarmen, zuzuhören und auf individuelle Bedürfnisse einzugehen. Inzwischen haben wir vereinzelt wieder Besuch aus dem Ausland bei uns, bislang ausschließlich aus den USA. Vielleicht kommen demnächst jedoch auch Solidaritäts-Reisende aus Europa.

Heute möchte ich Euch gerne mitteilen, dass gerade in diesen Tagen unsere jüdisch-arabischen Jugendtreffen wieder voll an Schwung gewonnen haben. Die Jugendlichen von Neve Hanna und aus Rahat sind bei den Treffen total bei der Sache, und es ist schön zu sehen, wie sie sich mit großer Neugierde einander annähern und viel Neues entdecken. Wir werden jetzt erst recht am Ball bleiben!

Für heute die herzlichsten Grüße,

Eure Antje

Neues aus Israel und frohe Feiertage

Liebe Neve-Hanna-Freund*innen,

die Zeit rast, wir alle sind sehr beschäftigt, aber einer der wichtigsten Gründe, warum ich mich in letzter Zeit weniger regelmäßig gemeldet habe, ist folgender: Es gibt nichts Besonderes zu berichten! Bei uns hat Alltag im Schatten des Krieges Einzug gehalten. Bis vor Kurzem galten noch Beschränkungen des Zivilschutzkommandos, die inzwischen jedoch aufgehoben wurden. Wir lassen dennoch weiterhin Vorsicht walten, indem wir besonders aufmerksam sind. Doch grundsätzlich heißt das:

  • Alle Kinder gehen wieder regulär zur Schule.
  • Alle Kinder die die Tageshorte besuchen sind wieder an den Nachmittagen bei uns.
  • Wir haben erneut besondere Aktivitäten aufgenommen, so beispielsweise die jüdisch-arabischen Jugendtreffen, an denen Jugendliche von Neve Hanna und Jugendliche aus Rahat teilnehmen.

Dennoch gibt es hier und da einige Veränderungen. Über Channukka betreuten wir wie üblich Kinder, die nicht ihre Familien für die Ferienwoche besuchen konnten. Normalerweise fahren diese Kinder über die Feiertage ins Ferienhaus in Rosh Pina. Da das allerdings aus Sicherheitsgründen nicht möglich war, gab es besondere Aktivitäten in Neve Hanna, darunter eine Tour mit Geländewagen in unserer Umgebung.

Dass sich vor zweieinhalb Monaten ein großer Einschnitt in unser aller Leben ereignet hat, merken wir darüber hinaus in vielerlei Hinsicht: Manchmal kommen Erinnerungen hoch oder es ergeben sich Situationen, die Ängste und Unsicherheit bringen, so dass wir weiterhin bei unserem unserem intensiv gesteigerten Therapieprogramm bleiben werden.

Da bei Euch/Ihnen Feiertage anstehen, möchte ich im Namen von Neve Hanna nicht nur besinnliche Feiertage sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen, sondern nochmals ein großes Dankeschön für die Solidarität und die vielfältige Unterstützung aussprechen. Wir schätzen das sehr!

Herzlichst, Antje C. Naujoks

Großer Dank und weitere dringend benötigte Hilfe

Das Kinderheim Neve Hanna und wir, der deutsche Freundes- und Förderverein, möchten uns von ganzem Herzen für die großartige Solidarität, für die Spenden und für die herzerwärmenden Zeilen des Zuspruchs von so vielen Menschen danken.

Hier finden Sie einen aktualisierten Bericht und Spendenaufruf, der Neve Hanna vor allem in pucto Sicherheitsgefühl und bei den aktuellen Herausforderungen des Alltags unterstützen soll.

Nachfolgend finden Sie außerdem ein paar weitere Zeilen, die uns über Antje C. Naujoks direkt aus Neve Hanna erreicht haben.

27. Oktober 2023

„Seit unserer letzten Mitteilung sind weitere Kinder in Neve Hanna eingetroffen.

Weiterhin wohnen sie in Wohngruppen, an die Schutzräume angegliedert sind. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Schichtdienst rund um die Uhr bei den Kindern.

Da es wichtig ist, in solchen Situationen eine Routine aufrechtzuerhalten, gibt es nunmehr wieder einen festen Fahrplan für jeden Tag der Woche, in dem nicht nur die Zeiten fürs Lernen festgelegt sind, sondern auch für vielfältige Freizeitbeschäftigungen.

Die Kinder sind soweit in Ordnung – sie sind schwer beschäftigt in den letzten Tagen, unter anderem mit Basteln und Werkeln, Backen und Kochen, mit Gesellschaftsspielen, gemeinsamen Aktivitäten, und am Abend dann mit Film gucken oder Karaoke singen (ein großer Spaß für die Ohren…). Zudem finden viele Besuche im therapeutischen Streichelzoo statt. Auch unsere Bücherei ermöglicht den Kindern, sich abzulenken und unsere Bibliothekarin liest den Kleinen vor.

Einen Tag wurden die Kinder sogar von Friseuren aus Kiryat Gat verwöhnt. Bei den Jungs stand zumeist ein neuer Haarschnitt an, bei den Mädchen Waschen und Föhnen. Sie fühlten sich danach alle wie Prinzen und Prinzessinnen und hatten ein großes Lächeln auf den Lippen.

Heute findet wieder ein Shabbat-Gottesdienst und ein gemeinsames Abendessen in den Gruppen statt; viel Balsam für die Seele in Form von aufmunternden Ansprachen, Zuspruch, Umarmungen, Gemeinschaftssinn – und nicht zuletzt gutem Essen!

Die Gruppe, die an einem Programm zur Qualifizierung von Jugendlichen teilgenommen hat, brachte sich auf eigene Initiative in unserer Bäckerei ein. Gemeinsam wurden Pakete mit Keksen für diejenigen Polizisten geschürt, die gerade in Kiryat Gat für Sicherheit sorgen. Zudem halten wir alle engen Kontakt zu den Shoa-Überlebenden in Kiryat Gat, mit denen wir eng verbunden sind.“

 

Sommerrundbrief

Liebe Freundinnen und Freunde von Neve Hanna,

Es ist ein langer Weg zum Frieden – verbunden mit einem immerwährenden Ringen um Toleranz, Respekt und Demokratie. Diese Lernprozesse müssen frühzeitig bei Kindern und Jugendlichen angebahnt und im Tun gefördert werden.

Neve Hannas Ziel ist, die Grundlagen für ein friedliches Miteinander in jeder:m Einzelnen und in der Gesellschaft zu schaffen.

Die Vision der Heimgründerin Hanni Ullmann vor fast 50 Jahren war es, Kindern mit einer besonders schwierigen Sozialisation in einem Kinderheim bestmögliche Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung zu schaffen – einen Erfahrungsraum, der sie befähigt, konstruktiv und offen die Vorgaben ihres eigenen Lebens und die gesellschaftlichen Herausforderungen anzunehmen und zu gestalten.

So entstand mit viel Willen, Tatkraft und Ausdauer Neve Hanna.

In einem zutiefst zerrissenen Land mit fortdauernden Unruhen bleibt die Herausforderung, kleine, aber grundlegende und stetige Bausteine für ein friedlicheres Miteinander zu schaffen, eine zentrale Aufgabe des Kinderheims. Der Weg dahin ist oft ein steiniger Pfad.

Um ein Teil der Stadtgesellschaft zu sein, liegt die Einrichtung eingebettet in einem Stadtteil. Die sozialpädagogische Arbeit ist darauf ausgerichtet, die Verbindung mit den Ursprungsfamilien der Kinder zu erhalten. Die Kinder besuchen öffentliche Schulen. In der dem Heim angegliederten Bäckerei sowie dem Tierpark sind Besucher:innen willkommen. Darauf sind die Neve Hanna-Kinder zu Recht stolz.

Im letzten Jahr haben wir folgende Bereiche besonders unterstützt:

„Pfad des Friedens“ für Kinder ab acht Jahren

Seit 2004 gibt es diese Gruppe, in der beduinisch-muslimische Kinder gemeinsam mit jüdischen Kindern die Nachmittage verbringen und nach dem Abendessen wieder nach Hause gebracht werden. Sie wird konsequenterweise von einem beduinischen Erzieher und einer jüdischen Erzieherin geleitet. Die Kinder nehmen an den Nachmittagsaktivitäten des Kinderheims teil. Dazu gehören selbstverständlich Spiel und Spaß, das Feiern von Festen und Feiertagen, aber auch therapeutische Maßnahmen, eine schulische Förderung und ein Freizeitprogramm, das die Kinder dazu anregen soll, neugierig zu sein, mehr Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln, aber auch ein verbindendes Miteinander entstehen zu lassen.

Dialog zwischen Jugendlichen aus Neve Hanna und der nahegelegenen beduinischen Stadt Rahat

Jeweils 12 Jugendliche aus Rahat und aus Neve Hanna treffen sich alle zwei Wochen. Ein jüdischer Mitarbeiter des Neve Hanna-Teams sowie eine christliche Araberin leiten diese Treffen. Gemeinsam versuchen sie, einander näher zu kommen, mehr über die andere Religion, die andere ethnische Gemeinschaft und die Sitten und Bräuche zu lernen. So wächst das Verständnis für die jeweils „Anderen“ und sie lernen gleichzeitig auch mehr über sich selbst. Da auch hier die Familien involviert werden und die Lehrer:innen an den Schulen dieses Projekt unterstützen, erweitert sich der Wirkungskreis zusätzlich.

Folgende Aktivitäten sind dabei besondere Schwerpunkte:

  • kultureller Austausch über Gebräuche und Gebote der jeweils anderen Religion

  • therapeutische Förderung der Kinder, um ihnen zu helfen, mit den Folgen der Pandemie sowie auch ihren ursprünglichen Traumata umzugehen (z.B. Reittherapie)

  • gemeinsame Aktivitäten von Eltern und Kindern des „Pfad des Friedens“, die von Sozialarbeiter:innen und Betreuer:innen begleitet werden, z.B. Kochkurse

  • Erweiterung der seit 2022 neuaufgebauten Leihbücherei um arabischsprachige Bücher

Das Team in Neve Hanna kann nur in seinem kleinen bescheidenen Rahmen Zeichen von Toleranz und Offenheit sowie Impulse setzen, aber dieses tut es engagiert und mit viel Freude!

Der Verein Neve Hanna Kinderhilfe e.V. hatte auf dem evangelischen Kirchentag in Nürnberg einen Stand. Dort haben wir über Neve Hanna und die Möglichkeit des Volontärdienstes im Rahmen des IJFD informiert. Viele interessante Gespräche und das gemeinsame Miteinander haben dem Team Spaß gemacht.

Wir konnten die Auswertung der Volontärszeit der Freiwilligen beider letzten Jahrgänge leider nur per Zoom durchführen. Nun haben wir mit einem 2-Tagesseminar in Berlin beide Jahrgänge ganz offiziell abgeschossen.

Eines liegt mir noch am Herzen:

Einerseits wurde bei einer staatlichen Inspektion des Kinderheims festgestellt, dass Neve Hanna Vorbildcharakter für andere Institutionen hat, andererseits bemängelt, dass der vorhandene Spielplatz in einem sehr maroden Zustand ist. Er musste sogar geschlossen werden!

Helfen Sie mit einer Spende, den Spielplatz so ansprechend mit neuen Spielgeräten zu gestalten, dass dort gespielt, gelacht und im Miteinander eigene Grenzen erweitert werden können.

Außerdem möchte ich Sie hiermit jetzt schon herzlich einladen
zu unserer Mitgliederversammlung am Samstag, den 11. November 2023 in Hamburg.

Ich würde mich freuen, Sie dort begrüßen zu dürfen. Die Einladung wird rechtzeitig an die Mitglieder versandt. Interessierte sind herzlich willkommen. Genaueres ist unserer Homepage, unter der Kategorie „Über Uns“, zu entnehmen.

Hier gibt es den Rundbrief 2023 auch noch im PDF-Format.

Im Namen des gesamten Vorstands grüßt Sie herzlich R. Winter.

Corona Sonderspenden

Ein ungewöhnliches Jahr voller turbulenter Ereignisse im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie neigt sich dem Ende zu. Daher freut es den Verein umso mehr, im Jahr 2020 Corona Sonderspenden im hohen vierstelligen Bereich eingenommen zu haben und nach Neve Hanna weiterleiten zu können. Bis Mitte Februar kamen 8.320,-€ (aktualisiert am 12.02.2021) zusammen.

Spenden jeglicher Art an den Verein Neve Hanna Kinderhilfe e.V. Hamburg können im Übrigen steuerlich geltend gemacht werden! Unser Spendenkonto zur Unterstützung des Kinderheimes Neve Hanna in Kiryat Gat finden Sie hier. Sie wollen auch in Zeiten der Pandemie helfen? Dann geben Sie im Verwendungszweck das Stichwort „Corona“ an und nennen Sie uns eine aktuelle Adresse, damit wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zukommen lassen können.

Update Spendenaufruf „Corona“

„Die Familien unserer Kinder, die in ’normalen‘ Zeiten am äußersten Rand der Gesellschaft stehen,
werden durch die gegenwärtige Situation noch weiter an den sozioökonomischen Rand gedrängt,
wenn nicht sogar darüber hinaus. Daher gilt jetzt:
Neve Hanna muss für seine Kinder da sein, jetzt erst recht.
Mehr denn je leben wir in den letzten Wochen darüber hinaus den Grundsatz:
Wir lassen keine einzige Familie unserer Kinder außen vor; wir halten zusammen!“
– Antje Naujoks, Öffentlichkeitsbeauftragte von Neve Hanna, über die Situation vor Ort

In Folge unseres Spendenaufrufs vom 19. März 2020, der sich auf die besondere – auch finanzielle – Notlage im Kinderheim bezog, erreichten uns bereits 5.960,-€ (Stand 04. Juli). Dafür möchten wir uns als Verein im Namen von Neve Hanna ganz herzlich bedanken und Sie ermutigen, die Kinder und Mitarbeiter*innen auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen.

Über den Button gelangen Sie zum Spendenaufruf vom 19. März 2020 und zur Bankverbindung unseres Vereins.

Corona-Hilfe für Neve Hanna

Spendenaufruf in besonderer Notlage

Liebe Freundinnen und Freunde von Neve Hanna!

Im Moment scheint es kein anderes Thema zu geben als das Corona-Virus, und neben den körperlichen Gefahren macht uns auch psychisch der permanente Umgang mit schlechten oder zumindest Angst machenden Nachrichten zu schaffen. Während die einen über ihre Grenzen hinaus arbeiten, müssen andere ohnmächtig zuhause bleiben. Wir wissen, was gegen das Ohnmachtsgefühl hilft: Etwas unternehmen – helfen – spenden!

Denn auch in Neve Hanna bekommen Mitarbeitende und Kinder die Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Wie in Deutschland sind in Israel inzwischen alle Cafés, Kultureinrichtungen, Bildungseinrichtungen usw. geschlossen und die Größe von Versammlungen auf max. 10 Personen beschränkt. Weitere Einschränkungen sind zu erwarten. Auch der Tageshort von Neve Hanna musste geschlossen werden, die Wohngruppen dürfen jedoch weiter bestehen bleiben. Dank der Öffentlichkeitbeauftragten von Neve Hanna, Antje Naujocks, können wir die aktuellen Entwicklungen verfolgen, sie berichtet über die Situation im Heim:

„Bislang sind die Kinder okay. Für sie ist es selbstverständlich eine schwierige Situation, alle Regelmäßigkeiten unseres Alltags ausgesetzt zu sehen, weshalb wir in den einzelnen Gruppen umso mehr auf eine Routine achten. Wir versuchen, die Kinder nicht nur mit Spiel und Spaß abzulenken, sondern auch durch sportlich Aktivitäten die überschüssigen Energien abzubauen – alles immer in Schichten und in kleineren Gruppen. Zugleich übt sich jede Gruppe in Entspannungstechniken wie Meditation und Autogenes Training usw. Selbstverständlich haben wir Kurse, Übungen und Aufklärungsstunden durchgeführt: Was ist das Corona-Virus? Wie müssen wir uns verhalten? Wie wäscht man richtig die Hände?  Und auch darüber muss man mit den Kindern reden: Warum ist die ganze Welt so sehr in Aufregung? Noch versuchen wir, mit den Kindern in kleinen Gruppen von bis zu drei unser Gelände zu verlassen, um bei Spaziergängen Abwechslung zu finden, doch wir rechnen damit, dass auch das in einigen Tagen nicht mehr möglich sein wird.“

(Stand: 16.03.20)

Gerade heute ist entschieden worden, dass die Volontäre nach Deutschland ausgeflogen werden müssen. Mitarbeiter*innen über 60 werden nicht mehr für die Arbeit eingeteilt und nach Hause geschickt.  Somit fällt weitere aktive Unterstützung für das Heim und die Kinder weg und die Situation verschärft sich kontinuierlich. Aber nicht nur personell, sondern auch finanziell stellt das momentane Krisenmanagement für Neve Hanna eine große Herausforderung dar. Das Aufstocken von Lebensmittelvorräten, die vorsorgliche Einrichtung einer Isolationsstation, zusätzliche Einzelbetreuungen und spezielle Förderungen, Materialien für Aktivitäten usw. sprengen den Rahmen der gewöhnlichen Ausgaben des Heims enorm. Zudem musste der Betrieb der Bäckerei eingestellt werden und Teilzahlungen von Ministerien fallen aufgrund der geschlossenen Tageshorte aus.

Neve Hanna braucht in diesen Zeiten unsere Unterstützung mehr denn je – und Sie haben die Möglichkeit, trotz aller Einschränkungen aktiv und tätig zu werden: Wir freuen uns über Ihre Spende!

Bitte geben Sie bei einer Spende auf das Postbank-Konto, IBAN: DE39 2001 0020 0303 6002 04  und neben dem Stichwort „Corona“ auch Ihre aktuelle Adresse an, damit wir eine Spendenbescheinigung versenden können.

Wir hoffen, dass es Ihnen allen gut geht. Bleiben Sie gesund!