Corona Sonderspenden

Ein ungewöhnliches Jahr voller turbulenter Ereignisse im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie neigt sich dem Ende zu. Daher freut es den Verein umso mehr, im Jahr 2020 Corona Sonderspenden im hohen vierstelligen Bereich eingenommen zu haben und nach Neve Hanna weiterleiten zu können. Bis Anfang Dezember kamen 7.760,-€ (Stand 02.12.) zusammen.

Spenden jeglicher Art an den Verein Neve Hanna Kinderhilfe e.V. Hamburg können im Übrigen steuerlich geltend gemacht werden! Unser Spendenkonto zur Unterstützung des Kinderheimes Neve Hanna in Kiryat Gat finden Sie hier. Sie wollen auch in Zeiten der Pandemie helfen? Dann geben Sie im Verwendungszweck das Stichwort „Corona“ an und nennen Sie uns eine aktuelle Adresse, damit wir Ihnen eine Spendenbescheinigung zukommen lassen können.

Bewegender Rückblick des letzten Jahrgangs

Dass Freiwilligendienste in aktuellen Zeiten unter besonderen Umständen leiden, ist kein Geheimnis. Wie jedoch bereits in früheren Beiträgen deutlich wurde, arbeitet Neve Hanna mit seinen helfenden Händen – unter anderem aus Deutschland – mit aller Kraft daran, einen geregelten Alltag für die Kinder in Kiryat Gat aufrecht zu erhalten.

Die deutschen Freiwilligen sind dazu ein wichtiger Baustein. Nachdem das letzte Dienstjahr aufgrund der Corona-Pandemie ein jähes Ende nahm, haben nun die Freiwilligen des Jahrgangs 2019/2020 retrospektiv ihre bewegenden Eindrücke aus den letzten Tagen und Stunden ihres Auslandsjahres für uns zusammengefasst.

„Wir erinnern uns sehr lebhaft an den Abend, an dem unser normales Volo-Jahr zu einem sehr speziellen wurde. Wir saßen alle in unseren Kindergruppen und haben gespannt auf den Bildschirm geschaut. Netanyahu sollte eine Pressekonferenz geben, um das weitere Vorgehen zu erläutern im Kampf gegen das Coronavirus zu erklären. Wir beobachteten wie quasi an einem Abend ein ganzes Land geschlossen wurde.

An dem Abend beschlossen wir und die Shinshinim noch ein letztes Mal in Kiryat Gat einen Burger zu essen zu gehen, wir wussten ja nicht wann es wieder die Möglichkeit dazu geben wird.

Damit begann eine verrückte Zeit. Liron die Rabbinerin war nur noch über Zoom in die Kindergruppen geschaltet, mit dem Bäckereiauto fuhren wir durch die Gegend um Spenden von plötzlich geschlossenen Cafés aufzusammeln und irgendwie mussten die Kinder beschäftigt werden, deren Lebensrhythmus von einen auf den anderen Tag über den Haufen geworfen wurde.

Irgendwann wurde es klar, dass wir uns leider früher als geplant verabschieden müssen. Keiner von uns hat es mit trockenen Augen geschafft der eigenen Kindergruppe zu erklären, dass wir wieder nach Deutschland müssen und auch der Abschied von den Shinshinim schmerzte sehr. 

So begaben wir uns an einem Donnerstagabend auf die Heimreise, die für manche von uns erst Samstagabend endete.

Mittlerweile haben wir alle mit unserem Studium einen neuen Lebensabschnitt begonnen, und doch können wir es kaum erwarten wieder an Galina vorbei durchs Tor hereinzuspazieren und all die Leute in den Arm zu nehmen, von denen wir uns so plötzlich verabschieden mussten.“

Anmerkungen:

  • Benjamin Netanjahu ist der israelische Ministerpräsident.
  • Als „Shinshinim“ werden die israelischen Freiwilligen bezeichnet.
  • Galina ist eine der Pförtner*innen, die den Ein- und Ausgang des Kinderheims im Blick haben.

 

Volostart in Neve Hanna

Ob das gelingen konnte, war eine Zitterpartie bis zum Schluss. Denn dieses Jahr war bekanntlich alles anders. Den letzten Jahrgang mussten wir per Weisung des Bundesministeriums im März zurückholen – ob und wann eine Ausreise des neu ausgewählten Jahrgangs gelingen könnte, stand in den Sternen. Im Mai/Juni bekamen wir schließlich sowohl aus Israel als auch von den deutschen Behörden die Signale, dass grundsätzlich der Wille da ist, dass Volontäre entsendet werden dürfen, aber mit Visum über das israelische Konsulat und vielen neuen Bedingungen und Formularen. Unzählige Mails, WhatsApp-Nachrichten und Zoom-Konferenzen später waren alle Unterlagen beisammen, die Vorfreude unserer Volontär*innen zum Glück noch nicht verflogen, die Nerven von allen Beteiligten aber ordentlich strapaziert, bis Anfang September die Pässe mit den Visa im Briefkasten lagen (Lior sei Dank!) und klar war, es kann jetzt wirklich losgehen. Am 16. September ging es dann über den Istanbuler Transit nach Tel Aviv wo unsere sechs Neuankömmlinge sicher nach Neve Hanna chauffiert wurden, um erst einmal in die obligatorische Quarantäne ins Volohaus entlassen zu werden. Natürlich mit entsprechenden Nahrungsmittelvorräten und gut beschäftigt mit dem Einführungsseminar via Zoom. Nun dürfen die ersten schon die Quarantäne verlassen und machen sich für den Streichelzoo „Pinat Chai“ fit!
 
Das nennen wir Einsatz und wünschen Johanna und Maggie, Elias, Jonathan, Leonhard, und Michel das Beste und ein guten Start in Neve Hanna! Gleichzeitig dankt der Verein den Volontärs-Beauftragten Simone, Thomas und Julian für ihren unermüdlichen Einsatz, um auch in turbulenten Zeiten das Kinderheim mit Freiwilligen unterstützen zu können!
 
 

Update Spendenaufruf „Corona“

„Die Familien unserer Kinder, die in ’normalen‘ Zeiten am äußersten Rand der Gesellschaft stehen,
werden durch die gegenwärtige Situation noch weiter an den sozioökonomischen Rand gedrängt,
wenn nicht sogar darüber hinaus. Daher gilt jetzt:
Neve Hanna muss für seine Kinder da sein, jetzt erst recht.
Mehr denn je leben wir in den letzten Wochen darüber hinaus den Grundsatz:
Wir lassen keine einzige Familie unserer Kinder außen vor; wir halten zusammen!“
– Antje Naujoks, Öffentlichkeitsbeauftragte von Neve Hanna, über die Situation vor Ort

In Folge unseres Spendenaufrufs vom 19. März 2020, der sich auf die besondere – auch finanzielle – Notlage im Kinderheim bezog, erreichten uns bereits 5.960,-€ (Stand 04. Juli). Dafür möchten wir uns als Verein im Namen von Neve Hanna ganz herzlich bedanken und Sie ermutigen, die Kinder und Mitarbeiter*innen auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen.

Über den Button gelangen Sie zum Spendenaufruf vom 19. März 2020 und zur Bankverbindung unseres Vereins.