Update aus Neve Hanna

Ihr Lieben,

vorneweg: Wir möchten Euch allen und Euren Lieben frohe Feiertage wünschen – egal ob Pessach oder Ostern!

Wir hier blicken auf das Pessach-Fest, dessen Feiertage immer längere Schulferien bringen. Neve Hanna konnte mit Einverständnis des Ministeriums zunächst alle Kinder für einige Tage zu den Eltern oder zu Verwandten schicken. Nach einigen Tagen kam eine Gruppe Kinder, die nicht länger zuhause bleiben können, nach Neve Hanna zurück. Weitere Kinder werden während dieser längeren Ferien nach Neve Hanna zurückkehren. Auch Kindern, die während der Feiertage sich melden und anders als vereinbart früher nach Neve Hanna zurückkehren möchten, steht unsere Tür natürlich offen; es ist momentan eine noch dynamischere Situation als sonst. Dennoch ist eins klar: Während der Feiertage können alle Mitarbeiter*innen etwas Erholung genießen, da alle Aktivitäten eine Runde zurückgeschraubt wurden, und zudem die Tageshortkinder nicht nach Neve Hanna kommen.

Nach vier Wochen Krieg rang Neve Hanna vor allem mit einer Herausforderung: die übergebührliche Belastung des Teams. Unser Team musste unendlich viele Extrastunden für unsere Kinder da sein, obwohl sie selbst zuhause Familie und zudem auch Kinder haben – häufig sogar recht junge Kinder. Ebenso wie die Neve-Hanna-Kinder, konnten die Kinder der Mitarbeitenden seit Beginn des Krieges nicht zur Schule gehen, mussten mit dem Zoom-Lernen fertigwerden und spürten natürlich ebenfalls die Ausnahmesituation, die der Krieg bringt. In Kürze: Für unser Team war die Rund-um-die-Uhr-Betreuung der Neve-Hanna-Kinder (wieder einmal) eine große Belastung, die aufgrund der persönlichen Geschichten, die unsere Kinder einbringen, in Kriegszeiten enorme zusätzliche Herausforderungen bereithält.

Die Feiertage bringen eine Verschnaufpause. Einige jüngere Mitarbeiter*innen kümmern sich um die wenigen zwischenzeitlich nach Neve Hanna zurückgekehrten Kinder. Die anderen können ihre freien Tage hoffentlich bestmöglich zur Erholung im Kreis ihrer Familien nutzen, wenngleich – egal ob Feiertage oder nicht – wir alle natürlich den spürbaren äußeren Umständen nicht entfliehen können.

Esther und Malkah geht es weiterhin ebenfalls gut. Auch sie spüren die Ausnahmezeit, die das ganze Land erlebt. Dennoch haben auch sie etwas mehr Luft und Zeit für sich, da die Kinder mehrheitlich nicht da sind. Zum Seder-Abend sind sie bei ihren Shinshinim in deren Familien eingeladen. Ostern in Jerusalem zu feiern ist dieses Jahr nicht möglich, da wegen Versammlungsbeschränkungen schlichtweg alle Zeremonien und Veranstaltungen ausfallen. Das Reisen werden sie später nachholen.

Herzlichst, Antje

Bericht aus Neve Hanna

Liebe Freundinnen und Freunde Neve Hannas,

fast eine Woche ist vergangen, seit ich mich bei Euch gemeldet habe. Uns geht es grundsätzlich okay, wenngleich wir die Anspannung, die Ungewissheit wie inzwischen auch die Müdigkeit doch sehr spüren.

In Kiryat Gat ist es im Verhältnis zu anderen Regionen des Landes relativ ruhig. Dennoch gelten auch für Neve Hanna die Auflagen des Zivilschutzkommandos: Versammlungen nur bis maximal 50 Personen und das auch nur dann, wenn adäquate Schutzräume in Reichweite sind. Vor allem gibt es derzeit keinen regulären Schulunterricht. Die Kinder sollen über Zoom lernen, was den meisten schwerfällt. Für unsere Kinder ist dies eine besondere Herausforderung, die viel Frustration birgt. Das Team in Neve Hanna versucht ihnen bestmöglich zur Seite zu stehen, doch alleine die Tatsache, dass wir die Kinder gerade rund um die Uhr betreuen müssen, trägt massiv dazu bei, dass alle Mitarbeiter*innen übergebührlich müde und abgespannt sind.

Wie ich Euch schon unterrichtete, musste unsere jährliche Purim-Party ausfallen. Dennoch haben die Kinder sich verkleidet und die Gruppen haben unter sich gefeiert, auch wenn das in keiner Weise an die Feier von ganz Neve Hanna herankam. Unterdessen versuchen wir mit viel Kreativität für Ablenkung zu sorgen. Wir bemühen uns, den Kindern die Möglichkeit zu geben, physisch aktiv zu sein und überflüssige Energien abzubauen. Zeitgleich regen wir sie dazu an, mit uns zusammen Entspannungsübungen zu machen. Die Mitarbeitenden in Israel sind vielfältig geübt in diversen therapeutischen Ansätzen, um in Notlagen Spannungen abzubauen und Traumata vorzubeugen. Auch für unsere Kinder funktioniert das, allerdings wissen wir aus Erfahrung, dass sie es aufgrund ihrer Ausgangslage sehr viel schwerer haben, Ausnahmesituationen zu bewältigen. Wir wissen schon jetzt, dass jede Menge Arbeit auf uns zukommt – vom Nachholen des schulischen Lehrstoffes bis zu zusätzlichen therapeutischen Maßnahmen.

Erlaubt mir zum Schluss noch kurz anzufügen: Esther und Malkah – unsere beiden deutschen Volontärinnen – sind weiterhin bei uns und fest in unsere Routine im Schatten des Krieges eingebunden. Chanka, die Auschwitz-Überlebende, die viele von Euch Ex-Volontär*innen kennen, vermisst ihre Besuche und versucht sich bestmöglich mit der Situation zu arrangieren, dass sie keinen Schutzraum in ihrem Haus hat und der Weg in den öffentlichen Bunker für sie recht beschwerlich ist.

Herzlichst, Eure Antje.

Update aus Neve Hanna

Liebe Freundinnen und Freunde,
wieder einmal muss ich mich melden, weil unsere Kinder mit einer zugespitzten Sicherheitslage konfrontiert sind, und viele von Euch bei mir anfragen, wie es Neve Hanna, den Kindern und dem Team geht.

Grundsätzlich kann man sagen, dass wir alle okay sind, wenngleich das nicht bedeutet, dass es uns gut geht. Die Anspannung, der Stress, der durch Raketenalarm aufkommt, und die Ungewissheit, ob die Raketen rechtzeitig abgefangen werden, sind extrem anstrengend. Für unsere Kinder kommt hinzu, dass sie ohnehin mit Traumata ringen und sich überdies genauso Sorgen um Eltern und Geschwister machen, wie sich Mitarbeiter*innen um ihre Familien sorgen.

Dies ist keine leichte Zeit, und dennoch kann ich ein großes ABER hinzufügen: Wir sind zusammen, können uns gegenseitig unterstützen, und Kraft geben. Wie immer darf ich sagen: die Neve-Hanna-Gemeinschaft hält zusammen und wächst auch in dieser schwierigen Lage über sich hinaus, was die gegenseitige Fürsorge anbelangt.

Das gilt auch für Esther und Malkah, unsere beiden Freiwilligen aus Deutschland. Sie haben zum gegenwärtigen Zeitpunkt entschieden, nicht auszureisen, sondern in Neve Hanna zu bleiben, wo sie sich bestmöglich sicher und zudem gut betreut fühlen. Dennoch ist die Lage natürlich dynamisch, sodass weder sie noch wir wissen, was noch auf uns wartet. Doch auch das werden wir gemeinsam bewältigen.

Gestern hätten wir unsere Purim-Party feiern sollen. Wer einmal zu der Zeit um Purim in Neve Hanna war, weiß, wie viel Arbeit in den Vorbereitungen der Aktivitätsbuden, des Restaurants sowie des Kaffeehauses und vor allem der Herstellung der Kostüme und der Proben für die Aufführungen steckt. Nicht nur die Kinder waren enttäuscht, dass die Party vorerst ausfallen musste, sondern auch Esther und Malkah, die zusammen mit einem Mitarbeiter an dem Geisterzimmer gebaut haben, das traditionell die Freiwilligen aus Deutschland mit viel Einfallsreichtum auf die Beine stellen und welches für die Kinder ein Highlight ist. Und erneut kann ich ein Aber hinzufügen: die Party ist nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Wenn wir zu einem normalen Alltag ohne permanente Raketenbedrohung zurückkehren können, werden wir die Party nachholen. Einstweilen haben wir eben mehr Zeit, an den Kostümen und an den Aufführungen zu feilen.

Für heute, 2. März 2026, herzlichst, Antje

Der IJFD startet wieder!

Im Herbst 2025 werden wieder deutsche Volontär*innen im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD) für ein Jahr (Oktober 2025 – Juli 2026) nach Neve Hanna gehen. Über die Aufgaben der Freiwilligen, die Vorbereitungsseminare in Deutschland und das Rahmenprogramm vor Ort gibt es hier mehr Informationen. Außerdem teilen derzeitige Freiwillige regelmäßig ihre Einblicke auf Instagram (@nevehanna_freiwilligendienst).

Bei Interesse an einem IJFD in Neve Hanna freuen wir uns auf deine Bewerbung!

Bewerbungen für den Beginn im September 2025 werden noch bis zum 20.05.2025 angenommen.

Volos in Neve Hanna!

Seit einigen Wochen sind drei ehemalige Volontärinnen zu Besuch in Neve Hanna. Ida, Johanna und Marie nutzen ihre Semesterferien, um Ricky und Jona zu unterstützen, die auf eigene Initiative seit September in Neve Hanna tatkräftig mithelfen. Auch Raphael aus dem Jahrgang 2022/23 hat auf seinem Besuch in Israel in Neve Hanna vorbeigeschaut . Am Vormittag helfen sie in ‘klassischer’ Volontärsarbeit im Garten, dem Streichelzoo und in der Küche. Die Mitarbeitenden von Neve Hanna sind sehr dankbar für ihre Anwesenheit und auch die Kinder freuen sich sehr, am Nachmittag wieder mit deutschen und israelischen Freiwilligen zu spielen.

ein 'Volotreffen' in der Pinat Chai
Ein ‚Volotreffen‘ in der Pinat Chai mit Marie, Johanna, Ida, Raphael, Ricky und Jona

Da der IJFD aufgrund der aktuellen politischen Lage noch ausgesetzt bleibt, freut sich Neve Hanna besonders über die Besuche der ehemaligen Freiwilligen und erwartet in den nächsten Monaten bereits weiteren Besuch!

Besuch in Neve Hanna

Im Laufe der letzen Monate sind immer wieder Vorstandmitglieder und ehemalige Volontär*innen in Neve Hanna zu Besuch gewesen. Manche von ihnen bleiben auch länger, um Neve Hanna zu unterstützen, wo es geht. Trotz des intensiven Engagements  der Mitarbeitenden und der israelischen Freiwilligen („Shinshinim“), ist das Fehlen der deutschen Freiwilligen spürbar, und sie werden sehr vermisst. Deshalb leisten Jona und Linus, die noch bis Ende Juni in Kyriat Gat bleiben, ganz großartige Arbeit mit ihrer eigenständigen Rückkehr nach Neve Hanna. Vor Ort bemüht sich Antje C. Naujoks weiterhin, den beiden Seminartage zu ermöglichen, die sie im Rahmen ihres Internationalen Jugendfreiwilligendienstes (IJFD) gehabt hätten. So besuchten sie vor kurzem die beduinische Stadt Hura. Außerdem sind Jona und Linus mit Thom und Leonhard aus dem deutschen Vorstand für einen Tag nach Tel Aviv gefahren. Dort haben sie unter anderem zahlreiche Gedenkorte für die Geiseln besucht.

 

 

Chag Sameach

Linus bei "Streetlight" -Vorbereitungen
Linus hilft bei „Streetlight“.
Mitarbeitendenversammlung, Jona kauft symnolisch den Chametz.
Jona „kauft“ symbolisch den Chametz von Neve Hanna.

Jona und Linus, eigentlich Volontäre des Jahrgangs 2023/24, die derzeit selbstständig in Neve Hanna sind, haben an den Vorbereitungen und beginnenden Feierlichkeiten zu Pessach tatkräftig teilgenommen.

Linus half den Jugendlichen in Panas Rechov („Streetlights“) beim Bepacken zahlreicher Kartons mit Lebensmittelspenden. Mit dieser jährlichen Aktion möchte die Jugendgruppe es auch finanziell benachteiligten Familien ermöglichen, Pessach und insbesondere einen Seder (das traditionelle zeremonielle Abendessen mit dem Pessach beginnt) gebührend zu feiern. Dazu verteilen sie Lebensmittelpakete mit traditionellen Mazot, Keksen, Wein und allem, was sonst noch dazugehört.

Außerdem hat Jona symbolisch für die Zeitspanne der Feiertage Neve Hanna, insbesondere die Bäckerei, „gekauft“, sodass Neve Hanna nun koscher für Pessach ist. Trotz der bedrückenden Umstände wünschen wir allen ein gesegnetes Pessach und hoffen, dass alle mit ihren Nächsten feiern können.

Wiederkehr nach Neve Hanna

Während für viele am Donnerstag die Osterfeierlichkeiten begannen, haben Linus und Jona ihre Koffer gepackt. Anfang August 2023 waren sie mit ihren vier Mitvolontär*innen als Jahrgang 2023/24 nach Israel gereist, mussten jedoch nach dem 07. Oktober 2023 vorzeitig nach Deutschland zurückkehren. Bis Anfang Februar 2024 konnten sie ihren IJFD (Internationaler Jugendfreiwilligendienst) dankenswerterweise in Form eines FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) in Esslingen bei Stiftung Jugendhilfe aktiv fortsetzen. Beide waren sich jedoch sicher, dass sie, sobald es irgenwie möglich wäre, nach Neve Hanna zurückkehren wollten. Nun sind sie auf eigene Faust nach Israel gereist und werden im Streichelzoo, in der Küche, der Bäckerei, dem Garten und natürlich insbesondere in den Kindergruppen unterstützen. Bis voraussichtlich Juni können sie auf ihrem Touristenvisum dort bleiben. Jona und Linus führen ihr Volontariat ausdrücklich nicht offiziell fort, da dies derzeit auch nicht möglich ist. Trotzdem finden Sie regelmäßige Berichte und Eindrücke der beiden auf unserer instagram-Seite @nevehanna_freiwilligendienst.

Neujahrsgruß

Der Neve Hanna Kinderhilfe e.V. wünscht allen ein frohes, gesundes und vor allem friedliches neues Jahr 2024! 💚

Auch wenn die Situation für Neve Hanna gerade nicht einfach ist, versuchen wir alle weiter nach vorne zu blicken. Dazu gehört, dass wir aktuell davon ausgehen, dass wir im August 2024 wieder Freiwillige nach Israel entsenden können.

Wenngleich wir unsere Volos gegenwärtig in Deutschland im Einsatz haben, weil es die Sicherheitslage eben nicht zulässt, planen wir für den Dienst bis zum Sommer 2025 einen neuen Jahrgang ein. Wir sind uns der damit verbundenen Herausforderungen bewusst und werden deshalb selbstverständlich nur in engster Zusammenarbeit und Absprache mit den jeweiligen Behörden, unseren deutschen Trägern und dem Kinderheim vor Ort handeln.

In Anbetracht dessen, dass wir uns in herausfordernden Zeiten befinden, haben wir die Bewerbungsfrist für unseren Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) 2024/2025 auf den 31. Januar 2024 verlängert.

Schreibt uns gerne, wenn Ihr spezifische Fragen habt! Alle allgemeinen Informationen findet Ihr wie gehabt auf unserer Webseite unter der Rubrik Freiwillige > Bewerbung.

Freiwillige in Neve Hanna

der Jahrgang 2023/24
Der neue Volojahrgang 2023/24 von links nach rechts: Leah, Jana, Kim, Jona, Ricky und Linus

Seit zwei Wochen sind unsere neuen Freiwilligen in Neve Hanna und haben seit ihrer Ankunft auch schon volles Programm. Neben dem Einführungsseminar haben sie ihre israelischen Mitfreiwilligen kennengelernt und waren gemeinsam essen. Inzwischen haben sie bereits begonnen, in einer der Arbeitsstationen – in der Küche, im Garten, in der Bäckerei oder im Streichelzoo – zu arbeiten und haben auch erste Kontakte in ihren Familiengruppen geknüpft.

Wir wünschen ihnen auch an dieser Stelle noch einmal ein wunderbares Jahr und IJFD und freuen uns, dass die sechs Neve Hanna so tatkräftig unterstützen. Regelmäßige Updates und Berichte aus dem Alltag der Volontär:innen gibt es auch auf dem instagram-Kanal von Neve Hanna.