Pfad des Friedens

Der „Pfad des Friedens“ – auf hebräisch „Nativ le Shalom“ – ist eine von drei Tagesgruppen in Neve Hanna, die zusätzlich zu den sechs Vollzeitgruppen bestehen. Im Gegensatz zu den anderen beiden Tagesgruppen besteht „Nativ le Shalom“ jedoch nicht nur aus jüdischen, sondern auch aus arabisch-beduinischen Kindern. Das Projekt wurde im September 2004 in Gedenken an Hanni Ullmann – die Gründerin Neve Hanna’s, die zusammen mit dem ehemaligen Leiter David Weger den Kontakt mit der beduinischen Stadt Rahat initiierte – ins Leben gerufen. Es war damit das erste Projekt dieser Art in Israel.

Logo „Pfad des Friedens“

Die Gruppe besteht aus ungefähr 15 Kindern, von denen die Hälfte aus dem jüdisch geprägten Kiryat Gat und die andere Hälfte aus dem beduinisch geprägten Rahat kommen. Betreut werden die Kinder von einer jüdischen Pädagogin, zwei arabischen Pädagogen sowie einem israelischen und einem deutschen Freiwilligen.

Durch dieses gemeinsame Projekt können die Kinder der Gruppe die jeweils andere Kultur besser kennenlernen – unter anderem über die verschiedenen Sprachen. Denn sowohl Hebräisch als auch Arabisch sind im täglichen Leben und Miteinander präsent, aber auch die jüdischen und arabischen Festtage und die jeweiligen Segenssprüche, die bei den Mahlzeiten beide gesprochen werden.

Für die Kinder ist das eine einzigartige Möglichkeit, eventuell bestehende Vorurteile übereinander schon im jungen Alter wieder zu verwerfen und interkulturelle Freundschaften zu knüpfen. Durch den vielfältigen Kontakt, der beim Spielen auf dem Hof nach der Hausaufgabenzeit auch mit den Kindern aus den anderen Gruppen entsteht, profitieren alle Kinder in Neve Hanna. Das Miteinander ermöglicht eine tolerante und weltoffene Einstellung, die die Kinder auch in ihren Familien weitergeben. Außerdem sorgen gemeinsame Aktivitäten wie zum Beispiel die Reitstunde oder die Vorbereitungen von Projekten für die verschiedenen Feiern in Neve Hanna, unter anderem zu Purim oder Rosh HaShana, für eine enge und vertraute Gruppendynamik.

Auf diesem Weg sollen Werte wie Pluralismus, Toleranz und Gewaltfreiheit vermittelt werden, die ersten Schritte zu Kooperation und Koexistenz und auf einem nachhaltigen Weg  zum Frieden sein können.