Ihr Lieben,
Wir haben die dritte Woche Raketenbeschuss überstanden. Im Vergleich zum Norden und Zentrum ist es bei uns noch relativ ruhig, doch dieses Wochenende brachte wegen der nicht abgeschossenen Raketen – darunter auch Raketen mit Streubomben – eine Erinnerung daran, wie wichtig es ist, die Schutzräume zu nutzen. Tatsächlich achten wir in Neve Hanna sehr genau darauf, die Anweisungen des Zivilschutzes bis ins kleinste Detail einzuhalten. Wir wissen, dass die Schutzräume unsere Kinder nicht nur bestmöglich schützen, sondern ihnen Sicherheit geben, obschon die seelische Belastung an allen Ecken und Enden bemerkbar ist.
Purim ist ausgefallen, bis auf ein Verkleiden und Feiern in den einzelnen Wohngruppen. Jetzt blicken wir bereits auf Pessach. Die Schulferien beginnen bereits Mitte dieser Woche. Nur ganz wenige Kinder, die bei uns wohnen, haben vom Sozialministerium die Genehmigung bekommen, zwischenzeitlich ihre Eltern zu besuchen. Wie es an Pessach wird, wissen wir noch nicht, denn die Anweisungen des Zivilschutzes, nach denen sich auch die Genehmigungen des für uns zuständigen Sozialministeriums richten, werden alle Paar Tage an die aktuelle Lage angepasst.
Im Hinblick auf unsere Tageshortkinder können wir beispielsweise sagen, dass das Ministerium vorletzte Woche grünes Licht gab, die Kinder wieder an den Nachmittagen nach Neve Hanna zu holen, doch die meisten Eltern entschieden, ihre Kinder Zuhause zu behalten.
Für diese Woche planen wir wie immer unsere Panas-Rehov-Feiertagsaktion. Angesichts der schwierigen Sicherheitslage sind die wirtschaftlichen Implikationen gerade für die Schwächsten der Gesellschaft besonders harsch. Wir planen dieses Mal 120 Pakete mit besonders vielen und guten Lebensmitteln zu packen, um die Familien zu erfreuen und ihnen ihre Situation wenigstens etwas zu erleichtert. Das geschieht natürlich auch in Einklang mit den Anweisungen des Zivilschutzes, so sind die Jugendlichen beispielsweise dieses Mal bei der Auslieferung nicht mit dabei.
Darüber hinaus können wir berichten, dass zwei Projekte gute Fortschritte machen. Zum einen der Ausbau unseres Haupthauses, das um ein Stockwerk erweitert wurde, und dessen gesamte Räumlichkeiten renoviert werden. Zum anderen haben die Arbeiten am Haim Suzanna Gedächtnisgarten begonnen. Vor einiger Zeit haben wir die Bauarbeiten zum Gedächtnisgarten an unseren frühzeitig verstorbenen Mitarbeiter Haim Suzanna aufgenommen. Zu Beginn der Bauarbeiten lud unser Direktor Itzik Bohadana die Witwe von Haim, Ricky, die bei uns seit Jahrzehnten als Hausmutter arbeitet, und die drei gemeinsamen Kinder von Haim und Ricky ein. Es waren sehr bewegende Momente.
Wie wir bereits im Herbst 2025 berichteten, werden wir unsere Bühne, die der Mittelpunkt aller gemeinsamer Feiern des Kinderheimes ist, verlegen und rundherum einen neuen Garten gestalten, der an Haim erinnern wird. Haim war nicht nur ein geschätzter Hausvater von Neve Hanna, sondern auch Sänger und Radiomoderator. Er hat alle unsere Aufführungen und Feierlichkeiten musikalisch gestaltet, die Kinder bei jedem Auftritt begleitet und ist häufig zudem selbst aufgetreten. Zukünftig werden wir also an einem neuen Ort feiern, an dem wir Haim unter anderem mit viel Kreativität gedenken werden.

Möge sein Andenken ein Segen sein!
Herzliche Grüße, Antje.
